Buntes Programm – 45. Reichsstädter Tage glänzen im Sonnenschein

Partnerstädte geben Impuls für Nachhaltigkeit und Frieden. OB Thilo Rentschler setzt in Eröffnungsrede kommunalpolitische Akzente

Aalens attraktive Innenstadt hat wunderbare, schöne und harmonische Reichsstädter Tage erlebt. Von Freitagabend bis zum späten Sonntagnachmittag strömten Besucher von nah und fern durch die Gassen der Altstadt. Dort, wo Verkaufsstände von Vereinen, Organisationen und Gastronomen sowie die Bühnen mit den Künstlern, Musikvereinen und Gruppen mit ihren vielfältigen Aufführungen sie erwarteten.

Feierliche Eröffnung mit historischen Figuren aus der Stadtgeschichte - erstmals mit Marktfrau. (© Stadt Aalen / Fotograf: Thomas Siedler)

Abgerundet wurde das 45. Stadtfest durch Lichtkunst, Feuer- und Luftakrobatik am Sparkassenplatz und den verkaufsoffenen Sonntag der Innenstadthändler. „Ich bin begeistert von den Darbietungen und dem riesigen Angebot unserer Vereine und der vielen Ehrenamtlichen, der professionellen Art und Weise der Auftritte und dem großen bürgerschaftlichen Engagement bei den Reichsstädter Tagen“, sagte ein gutgelaunter OB Thilo Rentschler zum Abschluss des Fests, das mehrere Zehntausend Menschen anlockte. Dass dafür drei Tage Sonnenschein ein Übriges für die Zufriedenheit aller Beteiligten beisteuerte, war dem Wettergott geschuldet – Petrus meinte es 2019 gut mit der festerprobten Aalener Bevölkerung und ihren Gästen.

Die Gäste waren auch aus allen fünf Partnerstädten sowie den befreundeten Kommunen Saint-Ghislain und Vilankulo nach Aalen gereist, um ein starkes Signal für Frieden, nachhaltige Entwicklung und den Umweltschutz zu geben. Die gemeinsam nach einem regen Austausch über kommunale Projekte am Samstag unterzeichnete Erklärung zeugt von gelebter und ergebnisorientierter Zusammenarbeit unter den Kommunen. „Wir wenden uns gegen den Klimawandel und wollen die Umwelt in unserer Zuständigkeit schützen“, sagte OB Thilo Rentschler über die von ihm ins Leben gerufene Initiative.

Bereits am Freitagabend hatte es intensive Gespräche zwischen den Delegationen gegeben, die sich nach dem gemeinsamen Besuch des neugestalteten Limesmuseums fortsetzten. Beim Partnerschaftsabend im „Ostertag“ wurden die Bälle durch OB Rentschler und den Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins, Hermann Schludi, nochmals aufgegriffen. „Unsere Ansätze wurden vertieft und weiterentwickelt. Ich bin erfreut über die konstruktiven Beispiele für Nachhaltigkeit aus den Partnerstädten“, sagte Rentschler.

In der Eröffnungsrede hatte OB Thilo Rentschler an die Grund- und Vorzüge einer freigeistigen und demokratischen Ausrichtung erinnert. 70 Jahre Grundgesetz und der 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs zeugten davon. Er sprach von zwei großen Herausforderungen, denen sich die Verantwortlichen stellen müssten: Klimawandel und Umweltverschmutzung sowie das anhaltende Bevölkerungswachstum. Aalen werde dazu dem Gemeinderat ein umfangreiches Paket vorlegen. „Wir wollen mit jungen Menschen über die Zukunft von Planet A – A wie Aalen – reden“, kündigte er an.

Klima- und Umweltschutz geht alle an

Unterzeichnung der Erklärung für Nachhaltigkeit, Frieden und Klimaschutz (© Stadt Aalen)

Rentschler reflektierte das Ergebnis der Kommunalwahlen vom Mai 2019. Entscheidend für erfolgreiche Arbeit im Kommunalparlament sei die innere Haltung, die Bereitschaft zuzuhören und sich mit eigenem Verstand einzubringen. Dazu müssten die Mitglieder Kompromisse mögen und sich am Gemeinwohl orientieren. „Die Verwaltung sowie Stadtwerke und Wohnungsbau stehen für eine sachorientierte und konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt bereit“, sagte Rentschler. Das Stadtoberhaupt lobte die erfolgreiche Hochschule in Aalen. Aalen als Forschungs- und Hochschulstandort gelte es in den kommenden Jahren hervorzuheben und im Wettbewerb mit Ulm, Heilbronn und Tübingen zu behaupten. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, bleibe weiterhin eine zentrale Aufgabe. „Bauträger, welche die Sozialquote freiwillig erfüllen, genießen Vorrang“, sagte Rentschler.

Der OB skizzierte einige künftige Handlungsfelder. Das Aalbäumle soll zeitnah ertüchtigt werden. Umfang und Budget soll der Gemeinderat bis Frühjahr 2020 festlegen. Die Zuschüsse bei der Sportförderung sollen von 20 auf 30 Prozent angehoben werden. Frohe Kunde überbrachte OB Rentschler aus dem Bereich der Finanzen: Abzüglich der angesparten Rücklagen liege die Verschuldung der Stadt bei historisch niedrigen 10 Millionen Euro. „Laut neuester Prognose werden wir auch 2019 zum achten Mal in Folge ohne Neuverschuldung auskommen“, sagte er. Gleich zweimal hat der OB am Reichsstädter Tage-Wochenende ein Bierfass angestochen. Nach der Eröffnungszeremonie, an der auch BdS-Vorsitzender Claus Albrecht sprach und Dekan Ralf Drescher sowie Pfarrer Wolfgang Sedlmeier ihren Segen gaben, hatten die Gäste aus den Partnerstädten abends im „Ostertag“ nochmal das Vergnügen. Dort reichten drei Schläge aus, nachdem am Mittag auf dem Rathausvorplatz der Spund nicht richtig ins Fass wollte. Der BdS hatte zusätzlichen Gerstensaft für die Besucher der Reichsstädter Tage bereitgehalten.

Besuch in der Sicherheitszentrale im Rathaus

OB Rentschler hatte am Samstagabend der Sicherheitszentrale im Kleinen Sitzungssaal einen Besuch abgestattet. Er dankte den Hilfs- und Ordnungskräften sowie den städtischen Mitarbeitern für ihren anspruchsvollen Job. Pfannkuchenbacken bei der Aalener Fasnachtszunft, das Unterstützen der Aktion „Gern geschehen“ von Corinna Pavel und Pfarrer Uwe Quast im Bürgerspital sowie der Besuch des Ökumenischen Gottesdienstes am Sonntagmorgen rundeten seinen Einsatz bei den Reichsstädter Tagen ab.

Dank des Oberbürgermeisters an Mitwirkende, Organisationen und Rettungsdiensten

Zehntausende fröhlich feiernde Menschen in der attraktiven Aalener Innenstadt, drei Tage strahlender Sonnenschein, ein stimmiges Showprogramm auf den Bühnen, kurzum: Ein wunderbares Reichsstädter-Tage-Festwochenende ist ohne große Zwischenfälle und missliche Ereignisse erfolgreich zu Ende gegangen. Eine perfekte Organisation gepaart mit umfassender Sicherheit, grandiosem Wetter und bester Stimmung haben zum hervorragenden Gelingen des größten Stadtfests in der Region beigetragen. Vom traditionellen Treff aller Aalener am Freitagabend über die offizielle Eröffnungszeremonie mit Gesprächen der Delegationen aus den Partnerstädten und dem verkaufsoffenen Sonntagnachmittag bis zum Abbau am Montagmorgen gab es kaum Probleme. Die gesamte Region sowie zahlreiche Menschen aus dem weiteren Umfeld haben mit uns gefeiert und behalten Aalen als liebens- und lebenswerte Stadt in bester Erinnerung.
 
Ich bedanke mich bei den über 1000 Mitwirkenden, den Ehrenamtlichen vor und hinter den Verkaufstresen, auf und neben den Bühnen, den Mitgliedern der Feuerwehr, der Sicherheits- und Rettungsdiensten, der Polizei und bei meiner motivierten Rathausmannschaft und den Mitarbeitern des städtischen Bau- und Betriebshofes.

Den Aalener Einzelhändlern, Gastronomen und deren Personal gilt mein ausdrückliches Dankeschön. Seit vielen Jahren unterstützen Sie uns bei unseren städtischen Aktionen in der Innenstadt wie bei den Reichsstädter Tagen. Ohne Sie, verehrte Innenstadtakteure, wäre ein harmonisches Fest dieser Dimension nicht möglich.

Herzlichen Dank an alle, die sich bei der Betreuung und Beherbergung der Gäste aus unseren Partnerstädten vorbildlich engagiert haben. Die Aalener Gastfreundschaft hat sich von ihrer besten Seite gezeigt - unsere internationalen Gäste haben sich beim großen Stadtfest sehr wohl gefühlt. Ich danke Ihnen allen, auch im Namen des Gemeinderats, für Ihre unverzichtbare Hilfe und Unterstützung.

Mit herzlichen Grüßen

Thilo Rentschler
Oberbürgermeister