Preisverleihung Schubart-Literaturpreis

Sa., 27.07.2019, 18:00 Uhr

Der Schubart-Literaturpreis 2019 der Stadt Aalen geht an Daniel Kehlmann. Mit dem Förderpreis der Kreissparkasse Ostalb wird Nora Krug ausgezeichnet.

Preisverleihung Schubart-Literaturpreis 2019
Preisverleihung Schubart-Literaturpreis 2019 (© Stadt Aalen)

Veranstaltungsort

Stadthalle Aalen
Berliner Platz 1
73430 Aalen
Tel.: 07361 95 88-0

Veranstalter

Stadt Aalen
Marktplatz 30
73430 Aalen
Tel.: 07361 52-0
Fax: 07361 52-1902

Der 1975 in München geborene Schriftsteller Daniel Kehlmann erhält den mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreis für seinen Roman „Tyll“ (rowohlt).

Die Illustratorin und Autorin Nora Krug erhält den mit 7.500 Euro dotierten Preis für „Heimat. Ein deutsches Familienalbum“. Das Buch ist im Penguin Verlag erschienen. 

Schubart hätte seine Freude an „Tyll“

Buchcover Kehlmann Tyll
Buchcover "Tyll" (© Kehlmann )

Daniel Kehlmann ist nach Auffassung der Schubart-Jury mit „Tyll“ erneut ein hervorragendes Buch gelungen. In seinem Schelmenroman nimmt er viele Anleihen an die mittelalterliche Figur des Till Eulenspiegel, geht aber in seiner großen Fabulierkunst zugleich frei damit um, indem er „Tyll“ mitten in den Wirren und Schrecknissen des Dreißigjährigen Krieges agieren lässt. Gewalt, Hunger und Seuchen sind alltäglich, aber noch schlimmere Verheerungen richtet die ständig präsente Gewalt bei jedem Einzelnen an. Tyll bewegt sich in dieser Welt, weiß um die Bedrängnisse der Armen und entlarvt mit beißendem Spott die Lügen und Widersprüche, ob sie nun mittelalterlichem Aberglauben oder neuzeitlichem Machstreben entspringen.

Der Autor Daniel Kehlmann und sein Tyll haben, so die Begründung der Jury, vieles gemeinsam. So wie Tyll seine Gaukeleien virtuos beherrscht, die Menschen in den Bann zieht und dann doch völlig verblüfft, so grandios ist Kehlmanns Erzählweise und die Beherrschung aller Facetten der Sprache. „Besser kann man ein Buch über einen Freigeist nicht schreiben“, so die einhellige Meinung der Jury. „Man darf annehmen, dass C.F.D Schubart an Daniel Kehlmanns „Tyll“ seine helle Freude gehabt hätte.“

Ein kluges Bilderbuch für Erwachsene

Förder- Preisträgerin: Nora Krug
Förder- Preisträgerin: Nora Krug (© Nina Subin)

Auch die Entscheidung der Jury für den Förderpreis 2019 fiel einvernehmlich. „Nora Krugs Debut ist kein Comic und keine graphic novel, auch kein Scrapbook, sondern ein kluges, visuell herrlich opulentes Bilderbuch für Erwachsene“, so die Begründung. 

Die seit über zehn Jahren in New York lebende Illustratorin geht in „Heimat“ der Frage nach, was denn die deutsche Identität ausmacht und inwiefern das Wissen um die Beteiligung eigener Angehöriger am Aufstieg der Nazis, am Zweiten Weltkrieg und am Holocaust Folgen für die eigene Identität und den Umgang mit der eigenen Familiengeschichte hat. „Nora Krug macht das so differenziert, intelligent und sublim sowohl auf der Bild- wie auf der Textebene ihres deutschen „Familienalbums“, dass dieses Buch selbst zur Heimat werden kann“, lobt die Jury.