Johann Gottfried Pahl - ein großer Sohn der Stadt

OB pflanzt Linde zum 250. Geburtstag des Pfarres und Publizisten

Mit der Pflanzung eine Pahl-Linde vor der St. Johann-Kirche gedachten Oberbürgermeister Thilo Rentschler, Landrat Klaus Pavel, Reiner Wieland von der „Stiftung Literaturforschung in Ostwürttemberg“ und Dr. Klaus Graf, Johann Gottfried Pahl, der am 12. Juni 1768, vor 250 Jahren, in Aalen geboren wurde.

(© Stadt Aalen)

Anschließend stellte Dr. Klaus Graf in der Kirche seine Biographie „Ein politischer Kopf aus Ostschwaben: Johann Gottfried Pahl - Pfarrer und Publizist“ vor, die „schon viele Jahre auf ihre Veröffentlichung gewartet habe“, wie Reiner Wieland der Vorstand der Stiftung „Literaturforschung in Ostwürttemberg“ bei seiner Dankesrede anmerkte. Mit Hilfe zahlreicher Spenden, darunter auch die Stadt Aalen,  konnte die Stiftung die Herausgabe dieser Pahl- Biographie realisieren.

In Vertretung von Dekan Drescher begrüßte Dekan in R. Erich Haller in Anspielung auf den Titel der Pahl-Biographie u.a. die „politischen Köpfe“ unter der Zuhörerschaft.

OB würdigt Lebenswerk Pahls

OB Rentschler würdigte in seiner Laudatio das Leben und Wirken des „Demokraten ohne radikale Züge, des Kämpfers für die Pressefreiheit und Landpfarrers in Fachsenfeld“.  Er schilderte die von Armut geprägte Kindheit, ein Studium in Nürnberg musste Pahl aus Geldmangel nach zwei Jahren abbrechen. Trotzdem verdiente er 30 Jahre lang als Vikar, Pfarrer, Sekretär und Schultheiß den Lebensunterhalt für seine zehnköpfige Familie.

Dabei fand er noch Zeit zu publizieren und zu kommentieren, egal ob Themen der Erziehung, der Geschichte oder zum Zeitgeschehen. Rentschler zitierte einige der interessanten Kommentare des Zeitgenossen von Christian Daniel Friedrich Schubart. So beschrieb Pahl die ehemalige Reichsstadt Aalen mit engen Gassen und Hauptstraße, kleinen Gebäuden aus Holz, allein die Stadtkirche sei aus massiven Quadersteinen errichtet und weit und breit belebe „Kein Handel, keine Manufaktur an diesem Ort,“ klagte Pahl, und weiter „Eine gewisse Art von Rohheit herrscht noch unter den 3.000 Einwohnern. Aber es lassen sich auch gebildete und moralisch gute Menschen hier finden.“

Rentschler zog dann Parallelen zur Gegenwart. Pahl hätte angesichts der positiven Entwicklung seiner Geburtsstadt mit jetzt 50 Kindergärten, einer Hochschule, zehn weiterführenden Schulen seine wahre Freude, ist sich der OB sicher.

Landrat würdigt Verdienste des Literaturarchivs Ostwürtemberg

Auch Landrat Klaus Pavel zeigte sich höchst zufrieden über die verdiente öffentliche Würdigung Pahls. Er dankte Reiner Wieland von der Stiftung „Literaturforschung in Ostwürttemberg“ für diese erneute Publikation – das 22. Buch der Stiftung über einen Literaten der Region. Seit über 30 Jahren engagiere sich Reiner Wieland für Literatur von Dichtern und Autoren aus der Region.

Im Anschluss stellte der Historiker und Archivar Dr. Klaus Graf sein Buch vor.

Die Feierstunde wurde musikalisch umrahmt von Dr. Hans Roman Kitterer, der auf der historischen Allgeyer Orgel in der St. Johann Kirche Werke aus der Zeit Ende 18. Anfang 19. Jahrhundert spielte.

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