2017: Schubart-Literaturpreis an Saša Stanišić verliehen

„Der heutige Abend wird vom bisher Üblichen abweichen und wir lassen manche uralte Konvention hinter uns.“ versprach Oberbürgermeister Thilo Rentschler beim Festakt am Samstagabend zu Verleihung des Schubart-Literaturpreises 2017. Saša Stanišić erhielt den mit 15.000 € dotierten Hauptpreis.

Sasa Stanisic
(© Katja Sämann)

Dr. Stefan Kister, Kulturjournalist der Stuttgarter Zeitung und Mitglied der Jury, würdigte in seiner Laudatio den 1978 in Bosnien geborenen  Hauptpreisträger Sasa Stanisic für sein aktuelles Werk „Fallensteller“. „Denn bei diesem Autor gibt es nichts Halbes, einfach so dahin Geworfenes, nichts Tausendmal-schon-Gesagtes. Vielmehr ringt jedes Wort darum, die große Hoffnung offen zu halten und nicht zur billigen Weisheit zu verkommen.“

Sein Hinweis auf eine Hauptperson in Stanisic’ Werk, wurde dann vom Preisträger in meisterlicher Art und Weise in seiner Dankesrede aufgegriffen: „Ich kann nicht so gut Reden schreiben, ich erzähle Ihnen eine Geschichte über die Wirkungskraft von Literatur.“ Zum überwiegenden Teil in freier Rede, ließ er dann seinen fiktiven Helden Lada auf den Spuren früherer Geschichten und literarischer Schauplätze umherstreifen, griff Schubart und sein Werk auf, (mit dem er einig ist, dass die literarische Freiheit verteidigt werden muss) schloss einen kleinen Seitenhieb auf die aktuelle Situation in der Türkei an, wo Journalisten ins Gefängnis geworfen werden und  zog am Ende ein Resümee in nur drei Worten: Sprache, Mut und Zauberei.

Das Publikum war restlos begeistert, der Applaus wollte kein Ende nehmen.

© Stadt Aalen, 12.10.2017