Theater der Stadt Aalen

Sein oder Haben? Unter diesem Motto startet das Theater der Stadt Aalen in die neue Spielzeit 2017/2018.

„Sein oder Haben“ – in Anlehnung an Erich Fromms gesellschaftskritisches Werk Haben oder Sein greift das Theater der Stadt Aalen unter der Leitung von Tonio Kleinknecht, Tina Brüggemann und Winfried Tobias eine Frage auf, die für die heutige Gesellschaft, die vom Haben und Habenwollen bestimmt ist, von großer Relevanz ist. Wie viel Haben brauchen wir um glücklich zu sein? Können wir überhaupt noch zwischen Sein und Haben unterscheiden? „Als Theatermacher*innen sind wir immer auf der Seite des Seins“, sagt Dramaturgin Tina Brüggemann. Und inwieweit verändert die Digitalisierung, die in den letzten Jahren bereits zu weitreichenden Veränderungen führte, unser Dasein? Diesen Fragen möchte das Theater mit folgenden Inszenierungen und Projekten auf den Grund gehen. Länderschwerpunkt ist diesmal England.

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"Sein oder Haben" - Spielzeit 2017/18 (© Theater der Stadt Aalen)

Das Theater der Stadt Aalen besitzt zwei Spielstätten. Die große Bühne im Wi.Z in der Ulmer Straße kann für jede Aufführungssituation flexibel aufgebaut werden, ebenso das Foyer im selben Gebäude, wo Sonderveranstaltungen wie Podiumsdiskussionen und Liederabende stattfinden. Die kleine Studiobühne und die Vorverkaufsstelle des Theaters findet man im Herzen der Innenstadt im Alten Rathaus. Darüber hinaus erobern die Schauspieler*innen auch immer wieder besondere Räume der Stadt, um dem Publikum einmalige Theatererlebnisse zu bieten. Neben den traditionellen Freilichtaufführungen im Schlosshof von Wasseralfingen wird auch das Schloss Fachsenfeld regelmäßig als Spielort genutzt. Als erste Premiere inszeniert im Oktober Arwid Klaws das Theaterstück „Viel gut essen“ von Sibylle Berg. In der Gemengelage eines ständigen „Empört euch!“ monologisiert hier ein moderner Jedermann, während er aus feinsten Zutaten für Frau und Sohn ein mehrgängiges Menü kocht. Dabei werden dem Zuschauer die Funktionsweisen populistischer Denkweisen vorgeführt.
Zusammen mit dem finnischen Klangkünstler Marko Timlin bringt Tonio Kleinknecht Goethes „Faust“ in einer sehr freien Fassung zur Aufführung: „Das Faustexperiment“ handelt von einem Wissenschaftler, der die Welt beherrschen will. In Kooperation mit der Hochschule Aalen werden extra für das Stück programmierte Roboter zu sehen sein, die zusammen mit einem Tänzer und einer Schauspielerin der Kernaussage des Faust nachgehen – der Suche nach dem, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. In einer Welt, in der Menschen immer mehr Entscheidungen von Maschinen abgenommen werden, und es immer schwieriger wird, unter Haben und Konsum die Möglichkeiten des eigenen Seins zu finden. Unterstützt wird das Projekt durch die Zeiss-Stiftung und den Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg.
Zwei Klassiker von William Shakespeare werden in der neuen Spielzeit auf dem Spielplan stehen. „Macbeth“, inszeniert von Tonio Kleinknecht in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Figurentheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, zeigt wie gewaltsam erlangte Macht eine unerbittliche Spirale weiterer Gewalt in Gang setzt. „Was ihr wollt“, das Sommerstück des Theaters, das ab Ende Juni im Innenhof des Schlosses Wasseralfingen zu sehen sein wird, bringt auf humorvolle Weise ein Verwirrspiel der Gefühle auf die Bühne und zeigt den Neuanfang einer jungen Frau in einer Welt von Rausch, Verführung und Glanz.
Der Liederabend „Get back“, der im Februar Premiere feiern wird, macht aufmerksam darauf, was ohne Großbritannien in der der EU auch fehlen wird: die Lieder! Von Elton John bis Purcell, von Britpop bis Punkrock. „Denn“, so Tonio Kleinknecht, „wir wollen den brEnter statt den Brexit!“ (Regie: Tina Brüggemann)
Zudem wird auch in der nächsten Spielzeit das Theater der Stadt Aalen im Rahmen des Theaterrings Aalen eine Aufführung auf die Bühne der Stadthalle Aalen bringen: den Bürgerchor „Wir sind die nebelfreie Stadt“ von Dagrun Hintze. Das Bürgertheaterprojekt wird von Tina Brüggemann zusammen mit Kirchenmusikdirektor Thomas Haller und Michael Flex Flechsler geleitet.
Im Kinder- und Jugentheater gibt es in der nächsten Spielzeit drei Premieren: Jonathan Giele bringt Istvan Tasnádis „Cyber Cyrano“ (ab 13 Jahren) auf die Bühne, das die Möglichkeiten und Gefahren der virtuellen Welt und der sozialen Netzwerke vor Augen führen soll. Im November inszeniert Winfried Tobias Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ auf der Bühne im Wi.Z - „Ein musikalisches Familienstück mit Gästen, die auch toll singen können“, so der Regisseur. Mit „Kikerikiste“ (ab 4 Jahren) von „Sams“-Autor Paul Maar steht im Januar ein weiterer Klassiker auf dem Programm, ein Kinderstück, das im Rahmen einer
bezaubernden Freundschaftsgeschichte die Tücken des Besitzes, der Machtgelüste und des Teilen-Könnens thematisiert.
Neben den neuen Produktionen darf man sich auch auf beliebte Stücke aus den vergangenen Jahren freuen wie „Die Geschichte von Lena“, „Agnes“, „Nathan der Weise“
und „Himmel und Hände“.

Überblick Spielzeit 2017/2018

Viel gut essen von Sibylle Berg, Premiere am 07.10.17, im Alten Rathaus

Das Faustexperiment von Marko Timlin und Tonio Kleinknecht sehr frei nach Goethe,
Premiere am 14.10.17, im Wi.Z

Cyber Cyrano von István Tasnádi (ab 12 Jahren), Premiere am 15.10.17, im Alten Rathaus

Eine Weihnachtsgeschichte (ab 6 Jahren) von Charles Dickens, Premiere am 26.11.17, im
Wi.Z

Macbeth von William Shakespeare, Premiere am 02.12.17, im Alten Rathaus

Kikerikiste von Paul Maar (ab 4 Jahren), Premiere am 21.01.18, im Alten Rathaus

Get back – ein britischer Liederabend, Premiere am 10.02.18, im Wi.Z

Wir sind die nebelfreie Stadt von Dagrun Hintze, Premiere am 04.05.18, in der Stadthalle
Aalen

Was ihr wollt von William Shakespeare, Premiere am 30.06.18, Sommertheater im Schloss
Wasseralfingen


Karten gibt es an der Theaterkasse im Alten Rathaus und im Touristik-Service.
Reservierungen unter 07361 522 600 oder per Mail an kasse@theateraalen.de. Weitere
Termine und Infos unter www.theateraalen.de.