Theater der Stadt Aalen

Zukunftsvisionen: 25 Jahre Theater der Stadt Aalen

Ob hohe Kunst, kulturelle Bildung oder Bürgertheater: Das Theater der Stadt Aalen macht Theater am Puls der Zeit und bietet ein Forum zum Austauschen und Mitmachen. In der Spielzeit 2016/2017 feiert das Theater sein 25-jähriges Jubiläum. Im Zentrum des neuen Programms steht jedoch nicht die Vergangenheit, sondern die intensive Beschäftigung mit den gesellschaftlichen und künstlerischen Fragen der Zukunft.

Theater der Stadt Aalen - Spielzeit 2016-17
Drinnen ist Draußen - Spielzeit 2016-17 (© Theater der Stadt Aalen)

Als der langjährige Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle sich für die Gründung eines eigenen Theaters in Aalen einsetzte, dachte er an die positiven Auswirkungen auf die ganze Stadt. Denn Kultur schafft, so seine Meinung, „Identität nach innen und außen.“ Im Herbst 1991 öffnete das kleinste Stadttheater der Republik seine Pforten und etablierte sich schnell zu einem festen Bestandteil im hiesigen Kulturleben. Auch über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus machte das Haus schon früh durch einen engagierten und mutigen Spielplan auf sich aufmerksam.

Inzwischen besitzt das Theater zwei feste Spielstätten. Im Wi.Z in der Ulmer Straße liegen die große Bühne, die für jede Aufführungssituation flexibel aufgebaut werden kann, und das Foyer, wo Sonderveranstaltungen wie Podiumsdiskussionen und Liederabende stattfinden. Die kleine Studiobühne und die Vorverkaufsstelle des Theaters findet man im Herzen der Innenstadt im Alten Rathaus. Darüber hinaus erobern die SchauspielerInnen auch immer wieder besondere Räume der Stadt, um dem Publikum einmalige Theatererlebnisse zu bieten. Neben den traditionellen Freilichtaufführungen im Schlosshof von Wasseralfingen wird auch das Schloss Fachsenfeld regelmäßig als Spielort genutzt.

Das Leitungsteam um Tonio Kleinknecht, Tina Brüggemann und Winfried Tobias führt die für das Theater charakteristische Auseinandersetzung mit moderner Dramatik fort und konzentriert sich dabei verstärkt auf politische Themen. Die Theatermacher nehmen das Jubiläum zum Anlass, um nach vorne zu schauen. „Aalen, Europa und das Theater sind im Umbruch. Damit wollen wir uns auseinandersetzen“, so Kleinknecht. Passend dazu wählte man als Motto der Spielzeit ein Zitat von Salvador Dalí: „Am liebsten erinnere ich mich an die Zukunft.“ Die Stücke und Projekte kreisen demensprechend um ganz bestimmte Themen: Wo stehen Aalen und Europa in 25 Jahren? Wie entwickelt sich das Theater weiter?

Als erste Premiere auf der großen Bühne im Wi.Z inszeniert Brüggemann die Uraufführung „Samstag in Europa – Gefährliche Begegnungen“. Für die Auftragsarbeit schrieben die türkische Autorin Sedef Ecer und ihre Hamburger Kollegin Dagrun Hintze Szenen über den Austausch von Kulturen in europäischen Metropolen. Zusätzlich bietet das Stück einen Aalener Bürgerchor.  Aus klassischer Perspektive fragt Lessings „Nathan der Weise“ nach der Verständigung zwischen den Religionen. Premiere ist im Februar. Auch „Sprich oder Stirb – Scheherazade ohne Worte“ lotet die Möglichkeiten der Kommunikation aus. Regisseurin Ruth Messing entwickelt dafür einen Theaterabend, der ohne Sprache auskommt und die Geschichte mit Hilfe von körperlichen Ausdrücken erzählt, die jeder verstehen kann.

Das ganzjährige Kunst- und Kulturprojekt „Boulevard Ulmer Straße“ wirft ab Oktober den Blick auf die Menschen vor Ort in Aalen. In Theaterstücken, Wanderungen, Lesungen und Konzerten werden die verschiedenen Institutionen und Gruppen aus der Ulmer Straße, in der sich das Theater befindet, miteinander verbunden. Insgesamt werden es über 50 Veranstaltungen an 20 Spielorten.

Im Kinder- und Jugendtheater gibt es in der nächsten Spielzeit zwei Premieren: In „Die Geschichte von Lena“ (ab 10 Jahren) beschäftigt sich der dänische Autor Michael Ramløse mit Mobbing unter Kindern. Als Familienstück zur Weihnachtszeit zeigt das Theater „König der Kinder: Macius!“ (ab 8 Jahren), in dem ein Kind plötzlich König wird und im Krieg die Stimme für seine Altersgenossen erhebt.
Ab Februar 2017 präsentiert das Theater als weiteres Projekt „Hausbesuch Europa“ der international bekannten und ausgezeichneten freien Theatergruppe Rimini Protokoll. Die Theatermacher besuchen dabei Privatwohnungen in Aalen und befragen dessen Bewohner nach ihrer Haltung zu Europa. Neben den neuen Produktionen darf man sich auch auf beliebte Stücke aus den vergangenen Jahren freuen wie „Koma“, „Open Werther“, „Die mich jagen“, „Himmel und Hände“ und „Ente, Tod und Tulpe“.

Überblick Spielzeit 2016/2017

Eröffnung des „BOULEVARD ULMER STRASSE“, 01.10.16, in der Schrottfabrik

Die Geschichte von Lena von von Michael Ramløse/ Kira Elhauge (ab 10 Jahren), 02.10.16, im Alten Rathaus

Samstag in Europa - Gefährliche Begegnungen (Uraufführung) von Sedef Ecer und Dagrun Hintze, 08.10.16, im WI.Z

Die Sternstunde des Josef Bieder von Eberhard Streul und Erich Syri, 14.10.16, im Alten Rathaus

sprich oder stirb - Scheherazade ohne Worte, ein Stückentwicklung des Theaters der Stadt Aalen, 26.11.16, im Alten Rathaus

König der Kinder: MACIUS! von Katrin Lange nach Janusz Korczak (ab 8 Jahren), 27.11.16, im Wi.Z

Agnes von Peter Stamm, 11.01.17, in der Stadthalle Aalen

Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing, 25.02.17, im Wi.Z

Molière, eine Stückentwicklung des Theaters der Stadt Aalen, 30.06.17, Sommertheater im Schloss Wasseralfingen

Hausbesuch Europa, ab Februar 2017

Karten gibt es an der Theaterkasse im Alten Rathaus und im Touristik-Service. Reservierungen unter 07361 522 600 oder per Mail an kasse@theateraalen.de. Weitere Termine und Infos unter www.theateraalen.de.