Theater der Stadt Aalen

Kleinstes Stadttheater Deutschlands

Das Theater der Stadt Aalen ist zwar - in Zahlen - das kleinste Stadttheater Deutschlands, sein guter Ruf allerdings reicht deutlich weiter, als die Bezeichnung vielleicht vermuten lässt! Seit 1991 bringt man hier professionelles Theater auf hohem künstlerischen Niveau auf die Bühne. Spektakuläre Inszenierungen sorgen für eine sehr gute Auslastung. Mit seinen Uraufführungen moderner Theatertexte macht das Theater immer wieder bundesweit auf sich aufmerksam.

Theater der Stadt Aalen - Spielzeit 2015-16
Drinnen ist Draußen - Spielzeit 2015-16 (© Theater der Stadt Aalen)

Pro Spielzeit bringt das Theater der Stadt Aalen rund 540 Veranstaltungen auf die Bühne. Es hat zwei feste Spielstätten. Im Wi.Z in der Ulmer Straße 130 befinden sich die Hauptbühne und das Foyer, in dem kleinere Veranstaltungen wie Liederabende, Podiumsdiskussionen und anderes stattfinden. Das Alte Rathaus in der Aalener Innenstadt beherbergt das Studiotheater und die Vorverkaufsstelle des Theaters. Im Sommer gibt es jeweils eine Freilichtinszenierung auf Schloss Wasseralfingen, auf Schloss Fachsenfeld finden regelmäßig Literaturveranstaltungen statt.

Im Theater geht es um die Empathie, um unser Menschenbild und unsere Vorstellung von der Welt. Ihr Abbild soll die Gedanken und Sinne schärfen, dazu anregen, sich spielerisch und angstfrei zu hinterfragen, den Dialog zu suchen und zu führen. Drinnen ist Draußen lautet das Motto, mit dem wir in der Spielzeit 2015/16 zum Querdenken auffordern wollen.

Gibt es noch einen Unterschied zwischen dem Politischen und dem Privaten? Wie ziehen wir eine Grenze zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen? Im Persönlichen? Und wenn ja, wo fängt dies an und wo hört es auf? In den von uns ausgesuchten Stücken geht es um Menschen, die in einer immer stärker vernetzten und dadurch unübersichtlicheren Welt versuchen, ihre Sichtweisen zu entwickeln und zu verteidigen, um irgendwie ihre innere und äußere Welt zusammen zu halten, ohne sich bedingungslos anzupassen oder unterzuordnen.

Ob nun in unserer deutschen Erstaufführung Auge um Auge der italienischen Dramatikerin Patrizia Zappa Mulas MenschenrechtsaktivistInnen überlegen, ob Rache Bestandteil von Gerechtigkeit sein kann, oder in der Uraufführung Himmel und Hände von Carsten Brandau A und O darüber streiten, ob der Kopf in den Himmel gehalten oder lieber gebuddelt wird. Ob in Sonny Boys von Neil Simon die Jungen nochmals versuchen, den Alten einen Lebenssinn zu geben, oder in An der Arche um acht von Ulrich Hub die Pinguine Gott bescheißen, weil sie ihren dritten Freund mit auf LIEBES PUBLIKUM, die Arche schmuggeln. Ob in Die mich jagen von Eva Rottmann sich erste Liebe mit einem skurrilen Alten auseinandersetzen muss oder in Gift – Eine Ehegeschichte von Lot Vekemans ein Paar versucht, den Tod des Kindes zu verarbeiten. Ob wir mit Open Werther von Goethe/Reffert in Briefen und Selfies leiden oder mit Mirandolina von Carlo Goldoni das süße Leben Italiens feiern, indem wir uns mit der so schönen wie gewitzten Wirtin identifizieren.

All diese Figuren haben eines gemeinsam. Sie ringen auf eine oft humorvolle, manchmal verzweifelte, immer aber eine sinnliche Weise um ihre Integrität. Wenn es uns mit diesen Stücken gelingt, Sie ein bisschen beim Menschsein im Alltag zu unterstützen, indem wir in unserem Theater einen Ort schaffen, an dem Sie ohne Geländer lachen, denken und diskutieren können, dann schaffen wir hoffentlich ein Stück kulturelle Identität für Aalen und die Region.

Internetcafé und öffentlicher Bücherschrank im Napoleonzimmer

Im Napoleonzimmer im Alten Rathaus kann während der Öffnungszeiten der Theaterkasse in historischem Ambiente im Internet gesurft werden. Es steht ein WLAN-Hotspot zur Verfügung, der mit Notebook oder Handy kostenlos genutzt werden kann. Seit ein paar Monaten steht da auch ein öffentlicher Bücherschrank, doch hauptsächlich werden dort natürlich Theaterkarten verkauft...