Programmübersicht

Datum Beginn Venue Band Preis

7.11.2015

19.30 Uhr

Stadthalle Aalen

Phela

 48 Euro

Philipp Poisel 48 Euro
7.11.2015 22 Uhr Altes Postamt Myles Sanko 20 Euro
8.11.2015 20 Uhr Altes Postamt Steve Gadd Band 45 Euro
10.11.2015 20 Uhr Stadthalle Aalen Marcus Miller 47 Euro
11.11.2015 20 Uhr Kino am Kocher Johanna Brochert 28 Euro
11.11.2015 21.30 Uhr Bottich Mike Stern 35 Euro
12.11.2015 19.30 Uhr Mapal Dominic Miller 35 Euro
12.11.2015 21.30 Uhr Altes Postamt in the house band
13.11.2015 19.30 Uhr Stadthalle Aalen Cassandra Wilson 59 Euro (Kategorie 1)
49 Euro (Kategorie 2)
13.11.2015 22 Uhr Ramada Hotel Raul Midón 45 Euro
Cosmo Klein & The Phunkguerilla 45 Euro
Incognito 45 Euro
Hans Nieswandt 45 Euro
Avery Sunshine 45 Euro
Marialy Pacheco & Rhani Krija 45 Euro
in the house band  
14.11.2015 20 Uhr Ramada hotel Pimpy Panda 55 Euro
Ed Motta 55 Euro
Kovacs 55 Euro
Nicole Bernegger 55 Euro
Hans Nieswandt 55 Euro
Timo Lassy 55 Euro
Miu 55 Euro
Raul Midón 55 Euro
in the house band
15.11.2015 14.30 Uhr W.i.Z. Jonas Hellborg 35 Euro
Pee Wee Ellis/Peter Fessler Quartet 35 Euro
15.11.2015 20 Uhr W.i.Z. Lö Fönk 35 Euro

RAUL MIDON

Raul Midon (© )

Eine interessante musikalische Sozialisation erfährt Raul Midón als Sohn einer Afroamerikanerin und eines argentisichen Tänzers mit einem Schrank voll Bebop und klassischem Pop zwischen James Taylor, Paul Simon und Stevie Wonder. Midón, blind seit frühester Kindheit, musikalisch hellsichtig und virtuos auf der Gitarre, findet mit diesen Einflüssen und dem unausgesprochen gegenwärtigen Tango zu einer faszinierenden Rolle als jazzbeeinflusster Singer/Songwriter, der einen großen Teil seiner Musik solo spielt. 2005 kommt sein Plattendebüt „State of Mind“, bei dem, die wohl schönste Form der Würdigung, Stevie Wonder die Mundharmonika übernimmt. Inzwischen rangiert Midón bei sieben Alben und drei Compilations, ist aber immer noch das phänomenale Live-Ereignis in großen Sälen wie kleinen Clubs.

PHELA

PHELA
PHELA (© )

Geige lernt sie erst nach Gehör, eine spätere Karriere als preisgekrönte klassische Geigerin lässt sie links liegen, geht nach Paris, kehrt wieder zurück nach Deutschland, spielt die Geige pizzicato, beginnt ein Musikstudium in Hannover, das ihr aber zu kommerziell wird, geht nach Berlin, nimmt mit drei Bekannten ihren ersten Song auf, „Lavendel“, dessen Duft sie an ihre Jugend erinnert, wie die Farben, mit denen sie auf dem Bauernhof ihres Künstler-Vaters aufwächst. Das Vertrauen, der Mut, die Poesie und die Farben, und all dies gepaart mit Phelas grundtiefer Skepsis gegenüber einer Musikindustrie, die deutschsprachigen Pop mehrheitlich als generisches Radiofutter betrachtet, sind die Zutaten für einen der gelungensten Versuche unserer Tage, der deutschen Sprache eine eigene Tonalität abzuringen.

Philipp Poisel

Philipp Poisel
Philipp Poisel (© )

Der beste Weg in eine Singer/Songwriter-Karriere führt offenbar über die gescheiterte Aufnahmeprüfung fürs Musikstudium. Bei Philipp Poisel sind das Ergebnis dieser Prüfung bis jetzt drei Alben, zahllose Singles, Gold, Platin und eine riesige Fan-Community. Der Sänger, Komponist, Gitarrist und Texter beleuchtet auf lyrische immer wieder erfrischend neue Art die Ursituation des Popsongs, das Wechselspiel von Sie und Er, trifft mit leisen Tönen ins Herz des Publikums. Sparsam begleitet mit kleinen Bands und der eigenen Gitarre in der Hand begeistert er intime Clubs und große Säle.

Myles sanko

LET´S PARTY FÜR 10 STATT 20 € : MYLES SANKO
MYLES SANKO (© )

Ob er nun einer der besten Sänger des zeitgenössischen britischen Soul ist oder einfach der beste, wollen wir hier nicht entscheiden. Klar ist, dass Myles Sanko die Elemente des klassischen Soul mit dem aktuellen R & B vereint, harten, tanzbaren Funk und emotionale Balladen singt und mit seiner erstklassigen Band große Säle und kleine Clubs zum Kochen bringt. Myles Sanko wird den Abend mit Philipp Poisel in Aalens Altem Postamt fortsetzen und in eine groovende Soulparty verwandeln, zu der alle Besucher von Philipp Poisel gegen Vorlage des Tickets für 10 statt 20 € Zutritt haben.

Steve Gadd Band

Steve Gadd Band
Steve Gadd Band (© )

Den ersten Musikunterricht bekommt er ein Jahr früher als Mozart, nämlich mit drei Jahren. Später folgt eine Karriere, die derart komplex ist und mit prominenten Namen gespickt, dass sie hier nur grob angedeutet werden kann. Jazz, Rock, Pop und alle denkbaren Zwischentöne, die er mit unglaublicher Leichtigkeit überbrückt und zum Grooven bringt. Mit Mike Mainieri, dem legendären CTI-Label, Jim Hall, Carly Simon, Paul Simon (s.o.), Aretha Franklin, Al DiMeola, Stanley Clarke, Rickie Lee Jones, James Taylor, Tom Scott, Frank Sinatra, Stuff, David Sanborn, Michel Petrucciani, Eric Clapton oder Chick Corea, der ihn in einem Satz beschreibt: „Jeder Schlagzeuger möchte wie Steve Gadd spielen, denn er spielt perfekt.“ Nachzuhören auf über 750 Alben, Tendenz steigend. Von James Taylor hat er seine Mitmusiker, u.a. Keyboarder Larry Goldings, den eigenwilligen, intelligent groovender Maceo-Parker-Alumnus, und den Gitarren-Grenzgänger Michael Landau, zu hören u.a. mit Joni Mitchell, Pink Floyd oder Miles Davis.

JONAS HELLBORG

Jonas Hellborg (© )

Man kann sich drauf verlassen: Jonas Hellborg hält sich an keine Moden oder Konventionen. Seit der Schwede als Achtzehnjähriger zum ersten Mal mit lokalen Rockbands auf Tour geht, ist er der ständig Suchende, der Innovator, der Grenzüberschreiter, der das breite Spektrum von Funk bis Weltmusik als Energiequelle für sein fulminantes Bassspiel sieht. Er spielt mit Kollegen vom P-Funk-Keyboarder Bernie Worrell über den Basskollegen Bill Lasswell bis zum Rockjazzpionier und Weltmusikpropheten John McLaughlin und dessen Mahavishnu-Neuauflage, als groovender Rhythmiker und virtuoser Melodiker, entdeckt indische Musik, spielt ein Arsenal verschiedener Bässe, elektrisch, akustisch, bundlos, mit Doppelhals … Ein schöpferischer Vulkan, seit fast vier Jahrzehnten Vordenker und Vorbild im Jazz und an seinem Instrument.

Marcus Miller

Marcus Miller
Marcus Miller (© )

Als Miles Davis nach sechs Jahren in der Versenkung mit einer neuen Band experimentiert, holt er sich einen 22jährigen Bassisten aus der Band der Saturday Night Live Show. Ein Glücksgriff, der die Musik seiner letzten Jahre entscheidend prägt. Miller bringt einen kräftigen Schuss Funk in die Band, bei Meilensteinen wie „Tutu“, das ihn alleine schon unsterblich gemacht hätte, „Amandla“ oder „Siesta“ ist er weitgehend selbst die Band, komponiert, arrangiert, trommelt, produziert, bringt wunderbare Grooves auf seinem Bass ins Spiel, bläst virtuos Bassklarinette und Sopransaxophon. Marcus Miller ist nicht der erste, der den Bass slappt, das ist Larry Graham. Aber kaum ein Kollege schafft den Spagat zwischen harten Grooves und sensibler Melodik so perfekt wie Marcus Miller. Im Lauf der Jahre wird er immer mehr zum Solisten seiner eigenen Bands, der seine Bässe streichelt, schlägt, zupft, zum Singen bringt und dazwischen immer wieder zum Gebläse greift. Wie macht er das bloß?

Johanna Borchert

Johanna Brochert
Johanna Brochert (© )

Eine Sängerin und Songwriterin, die einen Avantgarde-Gitarristen wie Fred Frith ins Studio einlädt, die Pop und freie Improvisationen verbindet, die Bach, Monk, Shorter, Messiaen, Cage, Ligeti unter ihren Einflussgebern nennt, die bei einem schöpferischen Exzentriker wie Django Bates studiert, das konnte einfach nicht sein. Dies wiederlegt zu haben, ist Johanna Borcherts Verdienst. Sie bringt die Musik aus dem Dreieck Jazz/Pop/Avantgarde um „Lightyears“ voran, wie eines ihrer Stücke heißt. Kein Easy Listening, stattdessen von bestechender Schönheit, swingend, intelligent und, dieses Wort sei ausnahmsweise auch einem Jazzfestival erlaubt, höchst unterhaltsam.

Mike Stern

Mike Stern
Mike Stern (© )

Bekannt macht ihn eine der besten Bands der frühen Achtziger, die Comeback-Band von Miles Davis, wo er u.a. auf „We Want Miles“ zu hören ist, zusammen mit unserem Festivalgast Marcus Miller. Über die Stationen Billy Cobham und Blood, Sweat & Tears gerät er in den Blick von Davis, der in dieser Zeit noch einmal eine große Band auf die Beine stellt. Schon 1983 folgt die erste eigene Platte, „Neesh“. Ca. 15 weitere Alben spielt der Mann der Münchner Jazzgitarristin Leni Stern bis jetzt ein, entwickelt dabei einen ureigenen Stil, greift tief in Rock und Blues, spielt aber auch wunderbare, lange Linien, deren Wurzeln im frühen Bop von Charlie Christian liegen, vermeidet Klischees und Stereotypen, ist ein Musiker, der nirgendwo so überzeugend spielt wie auf der Bühne inmitten seiner Fans, zu denen zahlreiche Musiker gehören. Rhythmisches Rückgrat seiner ausgezeichneten Band ist Monsterschlagzeuger Dennis Chambers, zu dessen beruflichen Stationen in Jazz, Funk, Rock und Hip Hop u.a. Santana, John McLaughlin, Maceo Parker oder die Sugar Hill Records gehören.

Dominic Miller

DOMINIC MILLER
DOMINIC MILLER (© )

Seit „Soul Cages“ von 1991 spielt er nach dessen Aussage die rechte und die linke Hand von Sting, bringt all das zum Klingen, was für Stings Finger zu filigran ist. Ein Vergleich mit Mozart verbietet sich bei Dominic Miller, denn erst mit 15 Jahren lernt der gebürtige Argentinier Gitarre. Die akademische Musikerlaufbahn, u.a. mit Nigel Kennedy als Kommilitonen, hängt er schnell an den Nagel und spielt mit illustren Kollegen wie Level 42, Manu Katché, Chuck Loeb, Manu Dibango, Tina Turner, Youssou N'Dour, Steve Winwood, Peter Gabriel oder, tatsächlich, Luciano Pavarotti. Sensibel, virtuos und mit einem breiten Spektrum von der harten Rockgitarre bis zum unverzerrten, jazzmäßigen Spiel und akustischen Balladentönen. Miller arbeitet nach wie vor mit Sting, hat sich aber parallel dazu zu einem großartigen Solokünstler entwickelt, der ganz ohne Fusion-Klischees und technische Gimmicks das weite Feld zwischen Jazz, Rock und Pop bespielt.

IN THE HOUSE BAND

IN THE HOUSE BAND
IN THE HOUSE BAND (© )

Jazz ist spontan, Jazz ist kommunikativ, Jazz ist improvisiert, mindestens zum Teil. Aber auch er braucht einen gewissen Rahmen. Deshalb steht unsere In the House Band bereit für Jam Sessions nach dem offiziellen Programmende, unter der bewährten Leitung von Wolfman Volker Kunschner mit seiner Groovemaschine Hammond B3. Was dann folgt, lässt sich nie so genau vorhersagen, aber einige Höhepunkte der vergangenen 23 Jazzfeste sind so entstanden. Außerdem sorgen diese Jam Sessions für eine spannende Zeit bis zum Frühstück. Wachbleiben lohnt sich …

HANS NIESWANDT

Hans Nieswandt (© )

Nichts als Turntables, Plattenkoffer und einen Kopf gestrichen voll mit Ideen, damit schafft DJ Hans Nieswandt ein wahres Universum unerhörter House-Klänge und bringt sie auf höchst intelligente Art zum Grooven. Die Verbindung von Tanzbarem und Kunstmusik gelingt vermutlich wenigen Musikmechatronikern so überzeugend wie Nieswandt, der dabei auch Genres wie Techno, Disco und elektronische E-Musik ins Visier nimmt. Auch musikalisch spürt man schnell den breit aufgestellten Geist hinter den Turmtables. Immerhin ist Hans Nieswandt auch erfolgreich als Produzent, Mixer, Buchautor, Radio-DJ, Spex-Journalist und neuerdings Leiter des Studiengangs Pop an der Folkwang-Universität (Verzeihung, falls wir etwas vergessen haben sollten). Da sind wir ja richtig froh, dass er sein eigenes Amerikanistikstudium an den Nagel gehängt hat …

Cassandra Wilson

CASSANDRA WILSON
CASSANDRA WILSON (© )

Eine Biografie, so packend wie die Musik, die daraus wächst: geboren in Jackson, Mississippi, im Kernland des Blues, der Vater Gitarrist, Bassist, Posaunist, die Mutter Motown-Fan und Lehrerin, erste Schritte in einer Marching Band, Grundlegendes am Piano, mit der Gitarre, Songwriting, vorerst Folk. Dann näher beim Jazz mit den Legenden Alvin Batiste und Ellis Marsalis, schließlich im progressiven M-Base Collective um Greg Osby und Steve Coleman. 1986 der Schnitt, der Cassandra Wilson in die Solokarriere führt. In ihrem mächtigen Kontra-Alt, der tiefsten Frauen-Stimmlage, verbindet sie den modernen Jazzgesang wieder mit archaischem Blues, rarem Soul und schwarzer Popmusik der Prä-Beatles-Ära, tritt aber auch mit Wynton Marsalis´ Oratorium „Blood on the Fields“ auf. Über 20 Alben zieren ihre Discografie, auch Hank Williams, Joni Mitchell oder Bob Dylan werden neu interpretiert, ihre Band speckt sie immer mehr ab, Reduce to the Max. Diese maximale Reduktion führt zu einer maximalen Ausdrucksstärke und damit vermutlich zum Besten, was der aktuelle Jazzgesang zu bieten hat.

COSMO KLEIN & THE PHUNKGUERILLA

COSMO KLEIN & THE PHUNKGUERILLA
COSMO KLEIN & THE PHUNKGUERILLA (© )

Musik, die tanzbar, intelligent und sexy ist. Bei Cosmo Klein stehen die Großen des Funk und Soul Pate, allen voran Prince, sein erklärtes Vorbild. Intelligentes Songwriting, den Groove stets im Fokus und eine tief beseelte, kraftvolle Stimme, die das komplette Spektrum von Erotik bis Attacke abdeckt. Organischer Funk der härteren Gangart, mit Platz für langsamere Stücke. Cosmo Klein, arrivierter Top-Ten-Songschreiber und versierter Solist, hat mit seinem Label Cosmopolitix die Fesseln der Popindustrie erfolgreich abgestreift. Sein Elektro-Projekt Liveclubbing rockt weltweit die Charts und Clubs. Jetzt folgt in bester Robin-Hood-Manier die Phunkguerilla. Cosmo nimmt die Energie von Elektro und gibt sie dem Funk zurück. In Guerilla-Sessions werden Songs live getestet. Online entscheiden Fans, welche weiter bearbeitet werden. Für Cosmo Klein ist das Internet die Chance, mit dem Publikum die eigene Musik weiter zu entwickeln.

Incognito

1/35/1.000: INCOGNITO
1/35/1.000: INCOGNITO (© )

Herzlichen Glückwunsch zum 35. Bandgeburtstag. Wenn sich Gründer, Gitarrist, Komponist, Produzent, Visionär und Bandleader Bluey Maunick nicht verrechnet hat, stehen in den Besetzungslisten der Band seit 1980 über 1.000 Musikerinnen und Musiker mit Maunick als Konstante. Er ist einer der Pioniere, die das Potenzial der Funk- und Soulmusik der Sechziger erkennen, ihre Grooves später mit Reggae, Hip Hop und Elektronik zu einem überaus tanzbaren Dancefloorjazz fusionieren, zu dessen Höhepunkten immer wieder die Vokalisten zählen, von Carleen Anderson bis Van Morrisson. Die Band spielt einen grandiosen Acid Jazz, bevor der Begriff erst in die Welt tritt. Trotz ihres eher zurückhaltenden Namens klettern die Alben, Singles und Compilations hoch in die Charts, denn kaum eine Band spielt die klassische Soulballade ähnlich emotional und den harten Funkjazz mit derart eingängigen Grooves. Unter Soul-, Funk- und Jazzfans rangiert Incognito ebenso weit oben wie beim Tanzpublikum in den Clubs und bei vielen Remixern wie Jazzanova oder David Morales.

Avery Sunshine

DIE 3XL-STIMME: AVERY SUNSHINE
DIE 3XL-STIMME: AVERY SUNSHINE (© )

Die Sängerin mit der machtvollen Stimme und dem trotz ihres ernsthaften Repertoires überaus sonnigen Künstlernamen steht mit beiden Beinen in der langen Soultradition eines Marvin Gaye oder einer Aretha Franklin, ohne ihrem Soul mit archaischen Arrangements und aus der Zeit gefallenen Produktionen einen zwanghaften Hauch von Retro zu verpassen. Aufgewachsen mit Klavierunterricht, Kirchenliedern, Klassik und Jazz, wird Denise Nicole White, wie sie damals noch heißt, schnell von einer ganzen Reihe Kirchen für die Musik engagiert. Sie arbeitet am Broadway, 2003 nimmt sie den Künstlernamen Avery Sunshine an, fortan ist Ms. Sunshine die Soulsängerin. Gelegentliche Engagements als Keyboarderin spielt dagegen Ms. White. Ihre Altstimme versorgt sie mit eigenen Stücken, veröffentlicht zwei Alben und beeindruckt neben ihrem einzigartigen Gesang mit einer eindrucksvollen Bühnenpräsenz in kleinen Clubs und großen Sälen. Avery Sunshine ist eine der Musikerinnen, in deren Songs sich tatsächlich die Essenz eines Lebens spiegelt, nicht der spontane Einfall eines Songschreibers.

MARIALY PACHECO UND RHANI KRIJA

TRANSATLANTISCHE BEGEGNUNGEN: MARIALY PACHECO UND RHANI KRIJA
TRANSATLANTISCHE BEGEGNUNGEN: MARIALY PACHECO UND RHANI KRIJA (© )

Wenn man die Einflüsse auf die kubanische Musik verfolgt, landet man schnell in Afrika und Spanien, wo Nordafrika ebenfalls seine Spuren hinterlassen hat. Also eine ganz einleuchtende Kombination, die die kubanische Pianistin und der marokkanische Perkussonist auf die Bühne bringen, Weltmusik mit gemeinsamen genetischen Wurzeln, rhythmisch ungeheuer komplex, perfekt harmonierend, mit exotischen Melodien, zarten Grooves, überraschenden Tempowechseln, wobei Marialy Pacheco und Rhani Krija als Protagonisten ebenso aufs höchste gefordert sind wie der Flügel, der wieder einmal seine phantastische klangliche Vielfalt beweist. Pacheco ist die erste weibliche Trägerin des Montreux Jazzfestival Awards, Krija einer der gefragtesten Perkussionisten in Jazz, Pop und Weltmusik.

Pimpy Panda

BAMBOOLISHIOUS BUTTSHAKING BADASS FUNK: PIMPY PANDA
BAMBOOLISHIOUS BUTTSHAKING BADASS FUNK: PIMPY PANDA (© )

Bei Pandas denken wir zuerst an gemütliche Zeitgenossen, die ihren Bambus mümmeln und sich nicht weiter interessieren, oder an Masken, hinter denen Popstars angestrengt arbeiten. Ganz anders bei Pimpy Panda. Das Tentett spielt eine höllisch groovende, mitreißende, schweißnasse, tanzbare Musik vom knallharten Funk bis zum balladesken Soul, die voll in die Beine geht, mit erstklassigen Sängerinnen und Sängern, einer exzellenten Band mit dem bemerkenswerten Organisten Simon Oslender, ein Erlebnis auf der Bühne und als Konserve. Pimpy Panda ist eine weitere elektrisierende Entdeckung des Aalener Jazzfests, von der man in den nächsten Jahren sicher noch viel Gutes, Groovendes hören/sehen wird. Get in the Groove …

Ed Motta

GOT A LOTTA MOTTA: ED MOTTA
GOT A LOTTA MOTTA: ED MOTTA (© )

In seiner Heimat Brasilien längst ein Star, ist der frühere Geheimtipp in Europa längst nicht mehr geheim. Der Hüne aus Rio fegt mit Urgewalt über die Bühne, hat sich eine musikalische Nische geschaffen, die die filigranen Rhythmen seiner Heimat mit den kräftigen Grooves aus Funk und Soul verbindet. Sein zwölftes Album „AOR“ bringt er jetzt parallel portugiesisch und englisch heraus, übersetzt hat es Earl Zinger, Galliano-Frontman und Kruder/Dorfmeister-MC. Die Musik spricht dagegen eine Sprache, die im Dancefloorbereich ebenso gut verstanden wird wie auf dem North Sea Festival, tanzbar, originell, abwechslungsreich. Ed Mottas Onkel, Brasil-Soul-Star Tim Maia empfiehlt Mottas Publikum, man solle sich ein Hawaii-Hemd á la Magnum anziehen, dazu Slipper ohne Socken wie in Miami Vice, sich in ein Cabrio setzen und an Kokosnusspalmen vorbei in den Sonnenuntergang cruisen. Das mit den Palmen können wir Ihnen leider nicht bieten. Und wenn es mit dem Rest nicht so recht klappt, immerhin reden wir vom November, sind Sie uns trotzdem auch so herzlich willkommen.

Kovacs

DIE WOLFLADY: KOVACS
DIE WOLFLADY: KOVACS (© )

„Die Stimme der Niederländerin steckt voller Persönlichkeit. Dunkel und geheimnisvoll, grollend und gurrend. Sie kleidet ihren Gesang in elegante Pop-Chansons, die sich für jeden Bond-Soundtrack empfehlen,“ schreibt das Hamburger Abendblatt über die Holländerin, und tatsächlich klingt Kovacs, einfach Kovacs, sonst nichts, drohend, einschmeichelnd, gleichzeitig mit der Coolness einer zeitgenössischen Grace Jones und in einem Bühnenoutfit, das zu Filmen mit apokalyptischer Note passt, z.B. Mad Max. In den Niederlanden ist Kovacs bereits ein Star. Schon vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums wird sie mit dem wichtigen Edison Award, dem niederländischen Grammy, als Best Newcomer und dem begehrten 3FM-Award, der vom größten niederländischen Radiosender 3FM verliehen wird, ausgezeichnet. Die von Regisseur Daan Willekens gedrehte einstündige Filmdokumentation „ Wolflady “, in der es um die Entstehung des Albums und Kovacs´ außergewöhnliche Persönlichkeit geht, wird 2014 auf dem International Documentary Film Festival Amsterdam ausgezeichnet.

Nicole Bernegger

THE VOICE OF SWITZERLAND: NICOLE BERNEGGER
THE VOICE OF SWITZERLAND: NICOLE BERNEGGER (© )

Den Wettbewerb gewinnt das Stimmwunder ganz locker, mit Soul in der mächtigen Altstimme und einer atemberaubenden Bühnenpräsenz, was ihr den Spitznamen „helvetische Antwort auf Adele“ einbringt. Ihr mittlerweile zweites Album produziert Andy Wright in London, auch schon für Simply Red und Simple Minds tätig. „Es war spannend, mit verschiedenen Songwritern wieder zurück zu meinen Wurzeln zu gehen, und intensiv am Schreibprozess beteiligt zu sein“, so Nicole Bernegger.

Timo Lassy

LICHTBLICKE AUS DEM LAND DER DUNKELHEIT: TIMO LASSY
LICHTBLICKE AUS DEM LAND DER DUNKELHEIT: TIMO LASSY (© )

Coolness ist nicht unbedingt eine Frage der Außentemperatur. Aber vielleicht hilft es, dass Timo Lassy aus Finnland kommt, dem Land mit den längsten, kältesten und reichlich dunklen Wintern, den meisten Saunen und den düstersten Tangos. Der 39-jährige Saxophonist und Songschreiber, Rising Star für den Downbeat, legt jetzt sein bislang coolstes und reifstes Album auf, „Love Bullet“. Lassys Landsmann M.A. Numminen, Sänger, Literat, Tangoexperte und Filmemacher, lobt es in den buchstäblich höchsten Tönen: „Man kann von einer metaphysischen Annäherung sprechen, die den Hörer die Heiligkeit des Jazz spüren lässt.” Ohne die religiöse Komponente heißt das: Lassy holt die Wärme, die Klangschönheit und den Sex Appeal aus seinem Tenorsaxophon heraus, spielt eine rhythmisch komplexe Musik mit abwechslungsreicher Instrumentierung, wie die Szenen eines Films packend bis zur Schlusssequenz. Noch bescheidener formuliert: nicht weniger als ein ganz großer Wurf ist hier gelungen.

Miu

THE BITTER END: MIU
THE BITTER END: MIU (© )

Das vermeintlich bittere Ende ist der Beginn einer vielversprechenden Karriere einer markanten Soulstimme. Der etwas abgewetzte New Yorker Club mit dem großen Image und dem selbstironischen Namen bringt über die Jahre Auftritte von Stevie Wonder, Lady Gaga, Randy Newman, Donny Hathaway oder Curtis Mayfield und ist der Startblock für eine Künstlerin, der ein Kritiker „den Soul von Donny Hathaway, den Charme einer Audrey Hepburn, aber auch das Abgründige von Amy Winehouse und die Stärke einer Adele” attestiert, womit Miu ihre zart groovenden Arrangements veredelt und ihre Konzerte in intime Clubauftritte verwandelt.

PEE WEE ELLIS/PETER FESSLER QUARTET

(© Theater Stadt Aalen)

Die Jahre mit James Brown machen ihn unsterblich, siehe „Soul Power“ und „Say It Loud – I´m Black and I´m Proud“, und doch verdecken sie mitunter, dass Alfred Ellis ein herausragender Musiker ist, der von R & B über Jazz bis hin zum Afrikanischen Bleibendes für die Geschichte der Schwarzen Musik spielt. Der Schüler von, man hört es gleich, Sonny Rollins bläst sein sinnlich-raues Tenorsaxophon u.a. mit Ron Carter, Dave Liebman, Van Morrison, Esther Philips, Ali Farka Touré, Maceo Parker, Ginger Baker oder den JB Horns. Gelegentlich wechselt er auf das Sopransaxophon, auch hier der exquisite Stilist und kreative Improvisator, der nie billige Klischees verbläst. Lange Referenzen wird man bei Peter Fessler vergebens suchen, denn, abgesehen von einer sehr erfolgreichen Zeit bei Trio Rio mit dem Hit „New York-Rio-Tokyo“, einem eigenen Jazztrio und der Kooperation mit Al Jarreau, Chaka Khan oder Sheila E., ist er der klassische Solokünstler, der Vokalartist, der wenig mehr als seine Gitarre, seine Mütze und seine fantastische Stimme braucht. Ellis mit seiner Erfahrung in der Arbeit mit großen Stimmen und Fessler mit seiner Affinität zu Brasilianischem bringen eine Band auf die Bühne, die in ihrer Qualität ein Update der legendären Ära von Getz/Gilberto sein könnte und gleichzeitig das Brasilianische im Jazz behutsam und geschmackssicher runderneuert.

Lö Fönk

LÖ FÖNK - ELECTRO DELUXE
LÖ FÖNK - ELECTRO DELUXE (© )

Funk und Soul, hart, direkt, unverdünnt, verschwitzt, tanzbar, groovend, perfekt eingespielt nach 12 Jahren erfolgreicher Tourneen durch kleine Clubs und große Festivals, das ist die Band, deren Name fälschlicherweise an den einer Waschmaschine erinnert. Die Franzosen von Electro Deluxe, denen der Amerikaner James Copley seine Stimme gibt, machen eine Musik, deren Urgewalt in Bauch und Beine knallt, deren jazzmäßige Virtuosität den Kopf anregt und die so ziemlich das Beste spielt, was sich aktuell in der Funkjazz-Ecke tummelt.