Fröhliche und friedliche 43. Reichsstädter Tage

Trotz abwechslungsreichem Wetter mit Niederschlägen vor allem am Samstag, strömten die Menschen aus Nah und Fern in die Aalener Innenstadt und feierten gemeinsam die Reichsstädter Tage in ihrer 43. Auflage. Nach einer würdigen und feierlichen Eröffnungsfeier wurde wieder ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm auf sechs Bühnen geboten, der verkaufsoffene Sonntag lud zum Bummeln und Einkaufen ein – und das alles friedlich, ohne besondere Vorkommnisse.

Reichsstädter Tage 2017
Reichsstädter Tage 2017 (© Thomas Siedler)

Tausende strömten in die Innenstadt, um zu feiern, zu schauen, die leckeren Speiseangebote zu kosten oder um sich mit Freunden zu treffen. Schließlich ist es Tradition, dass sich ehemalige Schulkameraden und langjährige Freunde in ihrer Heimatstadt einfinden. „Ein entspanntes und vor allem friedliches Fest. Das Wetter war leider durchwachsen am Samstag, aber unter dem Strich hat alles gepasst: die Organisation, die gute Stimmung und das friedliche Miteinander bis spät in die Nacht sowie die abwechslungsreichen Bühnenprogramme zur Unterhaltung.

Am Sonntag war die Stadt brechend voll und die Geschäfte konnten sich über viele Kunden freuen“ freute sich OB Rentschler. „Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und den Rettungsdiensten, der Polizei und den Sicherheitskräften hat wieder hervorragend funktioniert.“ resümierte er nach Abschluss der Aufräumarbeiten. Er hatte am Wochenende die Delegationen aus den Partnerstädten begleitet und mit ihnen das Fest besucht.

Feierliche Eröffnung

Reichsstädter Tage 2017
Reichsstädter Tage 2017 (© Thomas Siedler)

Zum vierten Mal in seiner Amtszeit eröffnete Thilo Rentschler am Samstagmorgen feierlich das Stadtfest. Begleitet wurde der OB von Persönlichkeiten aus der Aalener Stadtgeschichte: Römer, Spion, Bergmann, Dichter Schubart und dem Eisenbahner. Die Eröffnungszeremonie fand vor dem Aufgang zum kleinen Sitzungssaal unter dem Schutz von Schirmen statt und der Oberbürgermeister sprach von der Empore vor dem Eingang zum Ratssaal. Zur Einstimmung besangen die „musikalischen Allzweckwaffen“ um Susanne Behringer im „Olamer Lied“ das kommunalpolitische Geschehen der Stadt.

Zahlreiche Aalenerinnen und Aalener waren zur Eröffnung trotz leichtem Regen gekommen und der Oberbürgermeister konnte neben Stadträten und den Mitgliedern der Delegationen aus Aalens Partnerstädten viele Ehrengäste begrüßen. Leider blieb der Stuhl des türkischen Amtskollegen leer, da die Delegation aus Antakya kurz vor der Abreise keine Ausreiseerlaubnis erhalten hatte. Claus Albrecht freute sich im Namen von Aalen City aktiv und Bund der Selbständigen, dass mit der Eröffnung des Kubus am Markt im Süden der Innenstadt nun endlich der erhoffte Gegenpol zum Mercatura im Norden der Stadt vorhanden sei. Traditionell umrahmte das Städtische Orchester die Eröffnungszeremonie und den Fassanstich.

Fröhliche und friedliche 43. Reichsstädter Tage

Olamer Lied

Eindrückliche Rede für ein friedliches Miteinander

Reichsstädter Tage 2017
Reichsstädter Tage 2017 (© Thomas Siedler)

In seiner Fest-Ansprache nahm Rentschler nicht nur zu wichtigen Themen der Kommunalpolitik Stellung, sondern schlug auch den Bogen zur Landes-, Bundes- und Europapolitik.

Mit einem Appell für ein friedliches Miteinander hat Oberbürgermeister Thilo Rentschler seine Festansprache zur Eröffnung begonnen. Friedliches Feiern ohne Angst sei die gute Tradition der Reichsstädter Tage. Damit das so bleibe, brauche es ein Verständnis von Toleranz und Weltoffenheit. „Dafür braucht es Demokratie, Frieden und Freiheit sowie Menschen, die sich dafür einsetzen.“

Bundestagspräsident Norbert Lammert und Vizekanzler Sigmar Gabriel hätten ihm bei ihren Besuchen vor wenigen Wochen aus dem Herzen gesprochen. Aus den Entwicklungen in der Welt könne die Lehre nur lauten, dass man sich um Freiheit und Sicherheit kümmern müsse, da diese nicht ein für alle mal garantiert sei. „Frieden kann es nur geben, wenn in junge Menschen investiert wird, auch in Krisengebieten, damit sie dort Hoffnung schöpfen und in ihrem Land bleiben können. Wer Frieden sichern will, muss in Entwicklung, Bildung und Zukunft investieren“ zitierte er den Vizekanzler. Viele äußerst knifflige Situationen auf der weltpolitischen Bühne sind laut OB Rentschler zu meistern.

Die Alltagssorgen und Probleme unserer Stadt würden auch etwas kleiner, wenn man über den Tellerrand hinausblicke. „Ich bin mir sicher, dass wir unsere Herausforderungen in Aalen und der Region auch weiterhin gut meistern werden.“

Bilanz über vier Jahre Amtszeit

OB Rentschler wies auf die Schwerpunkte hin, die ihm von Anfang an für die Stadt wichtig waren und die auch für die nächsten Jahre wichtig seien. „Dazu gehört die Sanierung der Schulen, in die verteilt auf die nächsten fünf Jahre 60 Millionen Euro gesteckt werden sollen. Ein weiteres Anliegen ist der Bau von bezahlbarem Wohnraum, damit wir keine unnötigen sozialen Spannungen erzeugen. Ausgebaut werden sollen in den kommenden vier Jahren die Einrichtungen zur Kinderbetreuung mit 400 zusätzlichen Plätzen. Und schließlich genießt die Hochschule die volle Unterstützung der Stadt beim Ausbau. Mit diesen vier Schwerpunkten sichern wir die Prosperität in unserer Stadt und der Region!“

Bei den kommenden Haushaltsberatungen würden enorme Investitionsvorhaben zur Diskussion stehen. OB Rentschler sprach von Investitionen in Kultur und Freizeiteinrichtungen, in die Mobilitätssysteme und in die Beseitigung von Brachflächen. Die Zukunft der Bäder sei eine anspruchsvolle und komplexe Aufgabe. Die Grundlagen seien ermittelt und umfangreiche Vorberatungen in den kommunalen Gremien inklusive Bürgerbeteiligung erfolgt. Als Varianten würden sich ein Kombibad im Hirschbach, ein Hallenbadneubau auf dem Gaskesselgelände oder eine Lösung in den bestehenden Bädern abzeichnen. Mit einer Entscheidung im Gemeinderat rechnet der OB Anfang 2018. 40 bis 50 Millionen Euro werde die Stadt ein neues Bad kosten. Zehn Millionen Euro müssten für die Ertüchtigung der Limesthermen aufgebracht werden. OB Rentschler ist sich sicher, dass sich Aalen diese Ausgabe aktuell leisten kann – bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von unter 400 Euro. Diese sei so niedrig wie noch nie. Vor sechs Jahren hätten die Schulden pro Einwohner noch 1000 Euro betragen.

Mit einem Mammutprojekt muss sich der Gemeinderat erst noch beschäftigen. Bei einer Klausurtagung soll das Vorhaben „Erneuerung Rathaus“ diskutiert werden. "Diese Aufgabe wird uns wahrscheinlich trotz Turbo bis ins Jahr 2023 begleiten", erklärte der OB.

Erstklassiges Bühnenprogramm und keine besonderen Vorkommnisse

Reichsstädter Tage 2017
Reichsstädter Tage 2017 (© Thomas Siedler)

Für alle Festbesucher und jeden Geschmack war in der Innenstadt ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Höhepunkten und Attraktionen geboten. Am Samstagabend bot auf dem Storchenplatz ein Feuerspucker mit „Toro de Fuego“ eine spektakuläre Show. Der Sandkünstler Christian Kaiser begeisterte mit in Sand gemalten Bildern, die wie von Zauberhand auf eine Leinwand am Rathaus projiziert wurden. Bei den Auftritten der Bands „Gerda“, „Wanted“ oder der „A-Band“ wurde kräftig mitgesungen und getanzt. Aber auch die Auftritte der Tanzgruppen und der Musikvereine auf den Bühnen in der Stadt verfolgten Hunderte von begeisterten Zuschauern und Zuhörern. Leider mussten am Samstag wetterbedingt einige Auftritte ausfallen.

Während des gesamten Festes war die Sicherheitszentrale im kleinen Sitzungssaal stets mit Personal der Polizei, des Sicherheitsdienstes, der städtischen Ämter und der Rettungsdienste besetzt. Dort liefen alle Fäden zusammen und mit Hilfe von Webcams konnte der Festverlauf im Auge behalten werden.  „Keine besonderen Vorkommnisse, nur geringe Auffälligkeiten“ kam die frohe Kunde nach Festende. Das konsequente  Einhalten der Rettungswege führte dazu, dass generell ein besseres Durchkommen in der ganzen Innenstadt möglich war. Das im Vorfeld mit allen Beteiligten und der Sicherheitsfirma CM ausgearbeitete Konzept hat sich bewährt, es soll für die folgenden Jahre noch weiter optimiert werden.